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Handgemachtes mit Herz

Kreativität und Entspannung beim Töpfern

Töpferware hat oft eine besondere Ästhetik und Einzigartigkeit, die maschinell gefertigte Produkte nicht bieten können. Und das macht die Schöpfer solcher Produkte auch ein Stück weit glücklich. So empfindet es jedenfalls Petra Geiger aus Arrach, wenn sie ihre Töpferwerkstatt im Keller betritt und sich an die Arbeit macht, um zu realisieren, was ihr gerade so im Kopf umgeht. 

„Töpfern ist für mich eine ganz besondere Art der Beschäftigung. Es verschafft Ruhe und ein gewisses Maß an Ausgeglichenheit. Außerdem freut es mich, wenn ich den Geschmack anderer Leute treffe“, erklärt sie im Gespräch. Die Tätigkeit sei alles andere als einseitig, wie man vielleicht meinen könnte. Sie erfordert durchaus „Hirnschmalz“.

Der Rohstoff von Petra Geiger sind Tonstangen, die sie in Plattentechnik bearbeitet. Die Tonmasse fühlt sich wie Plastilin an, das die meisten noch aus der Schulzeit kennen. „Ich töpfere seit 20 Jahren“, erzählt sie. Als ihre beiden Töchter noch klein waren, fand die junge Mutter zusammen mit einer Freundin Gefallen am handwerklichen Schaffen beim gemeinsamen Töpfern, zumal sie zuvor als Bankangestellte nur mit Schreibarbeit zu tun hatte. „Wir beide blieben am Ball und teilten uns einen Ofen“, erinnert sich Geiger. Allerdings gingen beim Transport der rohen und instabilen Modelle häufig abstehende Tonteile verloren oder wurden beschädigt. Aufgrund dieser unbefriedigenden Situation rang sich Petra Geiger zur Anschaffung eines eigenen Ofens durch, der das Teuerste am Equipment einer Keramikerin darstellt. 

„Die höchste Temperatur liegt bei 1250 Grad“, zeigt sie auf das unentbehrliche Utensil, das gerade mit Zauntieren befüllt ist, die bereits einmal gebrannt wurden und heller wirken, als jene Modelle, die zum Trocknen danebenstehen. Nächster Arbeitsschritt für Petra Geiger ist, die Figuren mit den Glasuren zu bestreichen und dann ein zweites Mal zu brennen. Die Arracherin fertigt viele Auftragsarbeiten nach fotografischer Vorlage, zum Beispiel die Konterfeis von Haustieren, im Besonderen Hunde, die den irdischen Geschöpfen sehr ähneln oder den Trennungsschmerz nach dem Ableben etwas lindern. Rege Nachfrage bestehe regelmäßig nach Gartenstelen in verschiedenen Ausführungen und Größen, die ausnahmslos Unikate sind. „Die Wurzeln, die ich zwischen die Tonelemente einbaue, sammle ich bei Spaziergängen“, zeigt die Arracherin auf ein Gefäß. Für die Stelen fertigt sie Einzelteile auf Vorrat, die den ersten Brand schon hinter sich haben.  „Dann können individuelle Wünsche schneller erledigt werden“, begründet die 53-jährige, die auch einen Online-Handel betreibt. 

Am längsten dauert das Trocknen der Rohmodelle von Zauntieren, da diese ansonsten Risse bekämen. „Sie haben alle einen massiven Kopf. Darum braucht der Vorgang gut eine Woche“, erklärt die Hobbykeramikerin. Nach dem ersten Brand kann sie die Figuren sofort anstreichen. Sie sehen lustig, verschmitzt und unbeschwert aus. Die in dem Behälter weiß anmutenden Glasuren werden erst beim Anrühren farbig.  „Es gibt jedes Jahr Messeneuheiten, die ich zum Teil auch ausprobiere“, behält sich Geiger eine Neugier auf Sachen vor, die sie zu Ideen inspirieren. Beispiele sind ihre Schönheiten, wie sie die Damen nennt, die filigranes Arbeiten an Frisur und Kopf erfordern. Dafür brauche man schon Geduld, so Geiger im Gespräch, doch die Künstlerin liebt solche Herausforderungen, die sie mit zufriedenstellendem Ergebnis abschließt. 

In der Werkstatt sitzt die Töpferin an einer Art Nudelbrett. Da ist der Platz schon begrenzt, ebenso im Brennofen. Deshalb gibt sie auch keine Kurse, weil das Fassungsvermögen dann nicht mehr für eigene Objekte ausreichen würde. Eine Arbeitserleichterung für die Arracherin ist eine Plattenwalze, mit der sie mit akkurater Einstellung platt gewalzene Tonstücke im Handumdrehen aus den Stangen rollen kann. „Eine gleichmäßige Stärke, wie man sie beispielsweise für ein Türschild braucht, könnte mit Anwendung einer Nudelrolle kaum erreicht werden“, begründet die Hobbyistin. Am Anfang schauen die Zaunhocker ziemlich gleich aus. „Sie unterscheiden sich erst durch den Kopf“, beschreibt Geiger die Vorgehensweise, während sie ein Schäfchen formt, das ein überaus freundliches Gesicht und mittels Klebermasse ein Wollfell aus flüssigem Ton erhält. 

Verkaufsstelle im Lamer Schnapsladerl

Die Unikate von Petra Geiger gibt es im Schnapsladerl in Lam, Arberstraße 54 
(Telefon 09943-902745 oder 0175-7097425) zu kaufen. 
Geöffnet ist Montag und Mittwoch vormittags von 9 bis 12 Uhr und Freitag nachmittags von 15.30 bis 18 Uhr. 
Termine außerhalb der Öffnungszeiten sind nach Absprache ebenfalls möglich.

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