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Wo einst Könige, Fürsten und Ritter residierten

Burgen im bayerisch-böhmischen Grenzland im Visier der Eschlkamer Frühjahrswanderwoche

Eschlkam
Drei bedeutende Burganlagen, die in der Geschichte des bayerisch-böhmischen Grenzlandes eine große Rolle spielen, standen auf dem Programm der Eschlkamer Frühjahrswanderwoche. Dort, wo vor Jahrhunderten die Könige, Fürsten und Ritter residierten, werden in der Gegenwart Besichtigungen und Führungen angeboten und sogar Festspiele durchgeführt, die den Bekanntheitsgrad dieser Burganlagen weit über die Grenzen hinaus bekannt machen.

Der Tourismusbeauftragte Josef Altmann konnte zur Wanderwoche insgesamt 100 Wanderfreunde begrüßen, darunter Stammgäste aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Die erste Wanderung, die von Wanderfreund Jakob Pellkofer geleitet wurde, führte zur Burgruine Runding. Der Start war in Ried am Haidstein. Auf der Strecke wurden die Wanderer immer wieder mit herrlichen Ausblicken belohnt. Zwischendurch gab Anette Lafaire vom Naturpark Oberer Bayerischer Wald noch einige Einblicke in die Natur, die sich im Frühjahr sehr blühend und erfrischend zeigt. Auf der Burgruine Runding wartete schon Franz Amberger von den Burgfreunden Runding auf die Eschlkamer Wandergruppe. In seinen anschaulichen Ausführungen stellte er beim Rundgang die Burganlage vor, die mit gut 5000 Quadratmetern die größte freigelegte Burgruine Bayerns ist. Die Anfänge der Burg reichen tausend Jahre zurück. Erbaut wurde sie von der weitverzweigten Familie der Runtinger, die erstmals um 1118/19 urkundlich erwähnt worden waren. Als archäologisches Freilichtmuseum ist die Burgruine Runding seit 2012 eine vielbesuchte Attraktion, Stätte der Begegnung sowie Schauplatz geselliger und kultureller Veranstaltungen.

Bei der zweiten Wanderung in der Woche wurde die Burgruine Lichtenegg unter die Lupe genommen. Von Madersdorf aus startete die Wandergruppe unter der Leitung von Josef Altmann und Anette Lafaire vom Naturpark Oberer Bayerwald nach Lichteneck. Die Burg wurde Anfang des 13. Jahrhunderts erbaut und war Sitz eines Heinrichs von Lichtenegg. In den Jahren 1420 bis 1430 fanden vermutlich Zerstörungen durch die Hussiten statt. Ende des 16. Jahrhunderts verfiel die Burg. Im Jahre 1982 wurden die Reste der Burg saniert. Seit Jahren ist die Ruine Schauplatz der bekannten Lichtenegger Burgfestspiele. Während der Wanderung über den Hohen Bogen nach Eschlkam wies Anette Lafaire noch auf den Hohenbogenstein, den sogenannten Gabbro-Amphibolit-Massiv hin, der ein hartes basisches Tiefengestein ist und zu den ältesten Gesteinsarten der Erde gehört.

Die letzte Wanderung startete in Domazlice bei der Chodenburg, die vom tschechischen König Premysl Otakar II. im 13. Jahrhundert erbaut wurde. Ihr heutiges Aussehen stammt aus dem 18. Jahrhundert. Seit 1931 beherbergt sie ein Museum. Heute befindet sich hier das regionale heimatkundliche Museum des Chodenlandes. Von Domazlice aus wanderte die Gruppe durch den Ort Pasecnice mit dem Naturdenkmal Salka (hier wurde früher in einer Höhle Schiefer abgebaut) zum Wandergrenzübergang Prennetriegel. Entlang des Grenzverlaufes gelangte die Gruppe zum Bayerisch-Häusl, wo im Biergarten bei Josefa Singer eine Trinkpause eingelegt wurde. Die letzten Kilometer nach Eschlkam beendeten eine wunderschöne Wanderwoche, bei der die Teilnehmer bei herrlichem Wanderwetter viele interessante Eindrücke von der grenzüberschreitenden Kulturregion sammeln konnten.

Autor: Josef Altmann, Eschlkam