Der Eurasische Fischotter war früher in ganz Deutschland verbreitet, wurde jedoch bis Ende der 1950er Jahre nahezu ausgerottet. In Bayern überlebten Restbestände im Bayerischen Wald an der Grenze zu Tschechien. Von dort breitet sich die Art seit einigen Jahren wieder nach Westen aus und hat in Ost- und Südostbayern eine stabile Population aufgebaut.
Auch in unserem Naturpark ist der Fischotter inzwischen flächendeckend nachweisbar. Seine Rückkehr führt jedoch zunehmend zu Nutzungskonflikten, insbesondere mit der Fisch- und Teichwirtschaft.
So lebt der Fischotter
Fischotter leben überwiegend einzelgängerisch und territorial. Sie erreichen ein Alter von etwa 8 bis 15 Jahren. Die Paarung findet meist zwischen Februar und März statt. Nach rund zweimonatiger Tragzeit werden ein bis drei Jungtiere geboren, die etwa ein Jahr bei der Mutter bleiben.
Als dämmerungs- und nachtaktive Nahrungsopportunisten ernähren sich Fischotter vor allem von Fischen, aber auch von Amphibien, Krebsen, Kleinsäugern und Wasservögeln. Auf ihren nächtlichen Wanderungen legen sie bis zu 20 Kilometer zurück, entsprechend groß sind ihre Reviere.
Nachweise zum Fischotter
In den Jahren 2025 und 2026 findet in ganz Bayern ein umfassendes Fischotter-Monitoring statt. Koordiniert wird dieses Projekt vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU). Ziel des Monitorings ist es, die Verbreitung der Art mithilfe indirekter Nachweise zu erfassen und dadurch genauere Aussagen zu Bestand und Populationsentwicklung treffen zu können.
Ein zentraler Bestandteil des Monitorings sind Losungsproben, die im Labor genetisch untersucht werden. Die DNA-Analysen ermöglichen wertvolle Rückschlüsse auf Individuen, Populationen und deren Verbreitung. Ergänzend werden weitere indirekte Spuren wie Trittsiegel, Scharrhaufen sowie ältere Losungen systematisch erfasst und dokumentiert.
Um eine möglichst vollständige Datengrundlage zu schaffen, arbeitet das LfU mit zahlreichen regionalen Akteuren zusammen, darunter auch der Naturpark Oberer Bayerischer Wald. Aufgrund der Größe des Naturparks sind sie dabei zusätzlich auf die Unterstützung von freiwilligen Helferinnen und Helfern angewiesen. Diese werden von den Rangern fachlich begleitet und erhalten eine entsprechende Einführung und Anleitung.