Berge

Geheimnisvolle Wasser-Drachen

Der Kammmolch (Triturus cristatus)

Der nördliche Kammmolch ist mit bis zu 18cm Körperlänge die größte heimische Molchart. Ursprünglich weit verbreitet, gilt er in Bayern heute als stark gefährdet und ist europaweit nach Anhang II und IV der FFH-Richtlinie streng geschützt. Hauptursachen für seinen Rückgang sind Lebensraumverlust, Fischbesatz in geeigneten Laichgewässern sowie die Zerschneidung von Lebensräumen durch Verkehrswege. 

Ursprünglich war der Kammmolch in intakten Auensystemen beheimatet. In unserem Naturpark fühlt er sich heute auch in Kleingewässern wohl, die sich in ehemaligen Steinbrüchen entlang des „Pfahls“ entwickelten, einem Quarzgang, der sich als geologische Besonderheit über rund 150km von der Oberpfalz bis nach Österreich zieht. 

So lebt der Kammmolch

Der Kammmolch benötigt fischfreie, gut strukturierte Laichgewässer mit reichlich Unterwasservegetation. Dort legen die Weibchen bis zu 400 Eier an Unterwasserpflanzen ab und wickeln sie einzeln in ein Blatt ein. Auch am Gewässerrand und im benachbarten Landlebensraum braucht die Amphibienart Verstecke wie Wurzelstöcke oder Steinhaufen, da sie den Winter meist an Land verbringt

Übrigens: Während der Paarungszeit macht der Kammmolch seinem Namen alle Ehre: die Männchen bilden in dieser Zeit einen stolzen Hautkamm aus, sodass die Tiere wie kleine Wasserdrachen wirken. Auch ihre gelb-schwarze Bauchfärbung macht sie besonders: Das Muster ist bei jedem Individuum anders und wie ein Fingerabdruck beim Menschen einzigartig

Monitoring im Naturpark

In ausgewählten Gewässern in ehemaligen Steinbrüchen am Pfahl führt der Naturpark ein regelmäßiges Monitoring durch. Dabei werden die Bauchzeichnungen der Kammmolche fotografiert und verglichen. So kann die Populationsgröße eingeschätzt und potentielle Wanderbewegungen zwischen den Tümpeln festgestellt werden. Für das kurzzeitige Fangen und Wiederfreilassen der Tiere haben wir übrigens eine Ausnahmegenehmigung, denn normalerweise ist das Fangen der streng geschützten Tiere verboten