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Polizei des Waldes

Hügelbauende Waldameisen (Formica)

Hügelbauende Waldameisen gehören zu den auffälligsten Insekten unserer heimischen Wälder – ihre großen, kuppelförmigen Nester sind oft schon von weitem zu erkennen. Seit über 200 Jahren stehen diese faszinierenden Arten und ihre Nester unter strengem Naturschutz.

Als staatenbildende Insekten verfügen Waldameisen über eine ausgeprägte Arbeitsteilung und ein hochorganisiertes Sozialleben. In Deutschland kommen neun heimische Arten vor, die charakteristische Nesthügel bauen. Sie lassen sich meist nur mit einer starken Lupe unterscheiden, da sich viele Arten lediglich in feinen Merkmalen wie der Körperbehaarung unterscheiden, die mit bloßem Auge kaum sichtbar sind.

So leben Waldameisen

Der Großteil eines Waldameisenvolkes besteht aus Arbeiterinnen. Sie sind flügellos, können sich nicht fortpflanzen und übernehmen sämtliche Aufgaben im Staat. In vielen großen Nestern leben mehrere Königinnen gemeinsam. Diese sind deutlich größer als die Arbeiterinnen und lassen sich vor allem im Frühjahr während der sogenannten Sonnungsphase gelegentlich auf dem Nest beobachten.

Zu dieser Zeit legen die Königinnen ihre ersten Eier des Jahres, die sogenannten Wintereier. Aus ihnen entwickeln sich männliche und weibliche geflügelte Geschlechtstiere. Etwa fünf Wochen später starten sie zum Hochzeitsflug, bei dem sich die Männchen und Weibchen paaren. Die Männchen sterben anschließend, während die begatteten Weibchen ihre Flügel abwerfen und entweder in ihr ursprüngliches Nest oder in ein anderes Volk zurückkehren. So wird der Bestand an Königinnen regelmäßig verjüngt – der einmal gespeicherte Samenvorrat reicht einer Königin ein Leben lang.

Nach der Ablage der Wintereier ziehen sich die Königinnen in die unteren Nestbereiche zurück und beginnen dort mit der Eiablage der Sommereier, aus denen ausschließlich Arbeiterinnen entstehen. Diese übernehmen die unterschiedlichsten Aufgaben im Volk:

  • Jägerinnen erbeuten Insekten,
  • Hebammen kümmern sich um die Brutpflege,
  • Wächterinnen kontrollieren anhand des Nestdufts die Zugehörigkeit ihrer Artgenossen zum Staat,
  • Putzameisen halten das Nest sauber,
  • Nahrungsbeschafferinnen sammeln Beute und Honigtau,
  • Nestbauerinnen kümmern sich um den Hügel,

Waldameisen dienen zudem vielen Tierarten als wichtige Nahrungsquelle und spielen damit eine bedeutende Rolle im Ökosystem Wald.


Wussten Sie schon?

  • Eine einzelne Ameise kann nicht überleben, nur im Verband eines Volkes ist sie lebensfähig.
  • Königinnen können bis zu 25 Jahre alt werden, Arbeiterinnen erreichen ein Höchstalter von etwa 6 Jahren.
  • Ein Volk mit rund 1 Million Ameisen benötigt jährlich etwa 28 Kilogramm Insekten und rund 200 Liter Honigtau als Nahrung.

Projektarbeit im Naturpark

Die Gebietsbetreuerin des Naturparks widmet sich intensiv dem Schutz der Waldameisen. Sie kartiert bestehende Nester und siedelt bei Bedarf Kolonien um, die in privaten Gärten Konflikte verursachen. Unterstützt wird sie dabei von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die zuvor eine spezielle Schulung sowie eine Prüfung absolvieren müssen. Dadurch wird sichergestellt, dass alle Umsiedlungen fachgerecht und zum Wohl der Tiere durchgeführt werden. Ihr habt Lust euch ehrenamtlich zu beteiligen? Meldet euch gerne bei unserer Gebietsbetreuerin, Anette Lafaire.